Jugend- und Schulradio

 

IKARUS-Tag 

 

Das sorgt für rote Köpfe: Die Klärung unserer Beziehungen mit der EU prägt 2013 die politische Agenda der Schweiz. Für die EU ist der bilaterale Weg zu Ende. Sie fordert einen Rahmenvertrag für die 120 bestehenden sowie alle künftigen Abkommen, die automatische Übernahme des EU-Rechts sowie ein internationales Schiedsgericht  zur Regelung von Streitpunkten. Bevor diese Grundsatzfragen nicht geklärt sind, läuft nichts mehr, droht die EU. Und was macht die Schweiz? Sie hyperventiliert. Kaum hat die EU ein paar Forderungen aufgestellt, macht sich bei uns Nervosität breit. Die einen wollen trotz desaströser Euro-Schuldenkrise gleich in die EU flüchten, andere in den EWR und wieder andere die bilateralen Verträge aufkünden. Dabei besteht überhaupt kein Grund für Hektik. Die EU hat derzeit viel grössere Probleme als das Verhältnis zur Schweiz. Die Euro-Schuldenkrise ist keineswegs gelöst, Griechenland und Spanien nicht wirklich saniert und das Risiko sozialer Konflikte in vielen EU-Staaten, die in der Rezession stecken und massiv sparen müssen, sehr gross. Dazu kommt, dass die EU Mitte 2013 mit Kroatien ausgerechnet ein weiteres Land aufnimmt, das ebenfalls unter einer hohen Schuldenlast und Arbeitslosigkeit leidet. Auf keinen Fall sollten wir uns von Drohgebärden aus Brüssel beeindrucken lassen und wie so oft präventiv den Bückling machen. Im Gegenteil: Wir sollten Forderungen an die EU stellen. Denn das Verhältnis der EU zur Schweiz ist keine Einbahnstrasse. Zwar profitieren wir vom europäischen Binnenmarkt. Tatsache ist aber auch, dass kein Land ausser den USA und China mehr in der EU einkaufen als die Schweiz. Wir gehören zu den besten Kunden der EU und dürfen den Anspruch erheben, eine bevorzugte Behandlung zu bekommen. Zudem wünscht sich die EU von uns weitere Kohäsionszahlungen, Anpassungen im Steuerrecht und die Ausweitung der Personenfreizügigkeit auf Kroatien. 

Statt in Panik zu geraten, nur weil die EU droht, sollten wir mit Hochdruck die Verhandlungen für Freihandelsabkommen mit den Wachstumsmärkten China Indien vorantreiben. Wenn wir es 2013 schaffen, noch vor der EU mit China ein Abkommen zu unterzeichnen, sind wir gegenüber Europa in einer stärkeren Position und haben von der Chinesen gelernt, was uns im Verhältnis zur EU fehlt: Gelassenheit und eine gesundes Vertrauen in die eigene Stärken.

Moderne und flexible Vergütungssysteme sind aus heutiger Sicht unerlässlich. Eine faire und transparent gestaltete Vergütung fördert die Leistung und Zufriedenheit der Mitarbeitenden nachhaltig und gehört somit zu den zentralen Anliegen der Unternehmen.

Auch der steigende Kostendruck führt bei vielen Unternehmen zu Diskussionen über Optimierungsmöglichkeiten bei der Vergütung. Zudem wachsen mit dem fortschreitenden  Wettbewerb um geeignete Arbeitskräfte auch die Anforderungen an ein Vergütungssystem, dessen nachhaltige Ausgestaltung für die Entwicklung des Unternehmens entscheidend ist.

<< Die aktuelle Wirtschafslage sowie die anhaltenden politischen Debatten rund ums Thema Boni und Vergütung zeigen auf, dass auch auf unternehmerischer Ebene ein grosser Handlungsbedarf besteht. >> sagt Urs Klinger, Studiengangsleiter an der HWZ. << Diesem Bedürfnis werden wir mit dem CAS in Compensation & Benefits Management gerecht. >> 

Viele Schlüsselworte, wie Selbstkritik, Selbstmanagement, Selbstbeurteilung,Selbsterkenntnis, Selbsterfahrung, Selbstsicherheit, Selbstkompetenz, Selbstmotivation, Selbstbestimmung, Selbstverantwortung, Selbstregulierung verdeutlichen, dass wir nicht immer auf Berater angewiesen sind und viel mehr selbst tun können, um uns zu verbessern. Von Marcus Knill (*)

Es gibt bewährte, hilfreiche Werkzeuge, die uns befähigen, uns selbst zu managen, im Beruf, in den Beziehungen, in der Kommunikation, im ganzen Leben. Die Fähigkeit, an sich selbst zu arbeiten ist lernbar. Das Wort Selbst kommt vom griechischen «Autos». Was aber nicht heisst, dass wir die angestrebte Selbstkritikfähigkeit oder die wichtige Selbstbeurteilung automatisch umzusetzen verstehen. Es ist jedoch erstaunlich, wie gut wir unser Umfeld, die Mitmenschen oder unser Team beim Verbesserungsmanagement – auch ohne Berater – nutzen können. Nachfolgend einige der wichtigsten Erkenntnisse des Selbstcoachings – als Antworten auf die Frage: Wie verbessere ich mich selbstständig?

 

1. Eigene Stärken und Schwächen kennen 

Wer sich selbst kennt, kann sich besser einschätzen und ist auch motiviert, sich selbst zu verbessern. Die Konfrontation mit dem eigenen Ich – vor allem dank des «Spiegelns» (Tonband, Video, Hofnarr, offene Rückmeldungen) – führt zur Selbsterfahrung (Wie wirke ich auf andere? Was stört andere?). Nur so kann ich meine Stärken «stärken» (festigen) und meine Schwächen «schwächen» (reduzieren).

2. Selbstbeurteilung führt zur Selbstmotivation 

Wer bereit ist, sich selbst zu verbessern, verzichtet auf Selbstschutzbehauptungen und Rechtfertigung. Es lohnt sich, bei Mitarbeiter- und Beurteilungsgesprächen oder Analysen immer mit der Selbstbeurteilung zu beginnen. In einem privaten Gymnasium habe ich erlebt, wie die Schülerinnen in einem halben Jahr befähigt wurden, ihre eigene Leistung selbst treffend zu beurteilen. Erstaunlich war für mich, wie sie innert weniger Monate gelernt hatten, die Balance zu finden zwischen Selbstüber- und -unterschätzung. Im Alltag mangelt es leider vielfach an der Fähigkeit, sich selbst zu beurteilen. Viele Berater und Ausbilder können bestätigen, dass die Selbstkritikfähigeit eine wichtige Voraussetzung ist, um effizienter zu lernen und sich weiter zu entwickeln.

3. Sei Du selbst

Das Ziel, sich selbst zu bleiben, ist keine triviale Hohlformel. Obschon die Formel einfach klingt, ist sie im Alltag vor allem in schwierigen Situationen (bei Überraschungen oder Stresssituationen) nicht leicht umzusetzen. Bei Medienauftritten oder Präsentationen spielen wir uns leider allzu gerne etwas vor. Wer gelernt hat, auch unter Druck er selbst zu bleiben, hat etwas vom Wesentlichen bei Überzeugungsprozessen erfasst.

4. Für Probleme, die der Partner, der Untergebene oder der Vorgesetzte verursacht,muss er selbst eine Lösung finden.

Täglich stellen wir im Alltag, in der Ehe, in Schulen oder Betrieben fest, dass bei Problemen von «oben» vorschnell Ratschläge erteilt werden, die leider oft als Schläge empfunden werden, anstatt den Teamkollegen oder den Partner (als Problemverursacher) zu fragen, wie er selbst das Problem lösen würde. Wer eine Lösung selbst sucht, wird diese selbst dann besser finden als die aufgezwungene, auch wenn die selbst gefundene (vielleicht komplizierte) Lösung mit einem Umweg verbunden sein sollte. Vorgesetzte sehen sich bei Problemen zu oft in der Rolle einer «Geburtshelferkröte». Ist jemand beispielsweise ständig verspätet, sollte er selbst herausfinden, wie er künftig pünktlich sein könnte. Nicht der Vorgesetzte muss den Weckdienst organisieren. Eine Lehrerin, die einen Schüler dazu gebracht hatte, selbst eine Lösung zu finden, damit er künftig pünktlich erschien, intervenierte nicht, als das Kind eine komplizierte Vorrichtung gebastelt hatte, die ihm Wasser auf den Kopf träufelte. Diese eigene Lösung des Problems – wenngleich nicht ideal – führte zum Erfolg.Der Problemverursacher akzeptierte seinen selbstgefundenen Vorschlag, dasgewünschte Ziel wurde damit rascher erreicht und der Schüler in seinem Selbstbewusstsein gestärkt.

5. Empowerment erhöht die Selbstbestimmung

Mit Empowerment sind nach Wikipedia Strategien und Massnahmen gemeint, die geeignet sind, den Grad an Autonomie und Selbstbestimmung im Leben von Menschen oder Gemeinschaften zu erhöhen und die es ermöglichen, Interessen eigenmächtig, selbstverantwortlich und selbstbestimmt zu vertreten und zu gestalten. Empowerment bezeichnet dabei sowohl den Prozess der «Selbstbemächtigung» als auch die professionelle Unterstützung der Menschen, ihr subjektives Gefühl der Macht- und Einflusslosigkeit zu überwinden und ihre Gestaltungsspielräume und Ressourcen wahrzunehmen und zu nutzen. Wörtlich übersetzt bedeutet Empowerment Ermächtigung oder Bevollmächtigung. Der Begriff Empowerment wird auch für einen erreichten Zustand von Selbstverantwortung und Selbstbestimmung verwendet; in diesem Sinn wird im Deutschen der Begriff Empowerment gelegentlich auch als Selbstkompetenz bezeichnet – ich lerne, meine eigene Strategie zu verfolgen. Begriffe wie Selbstverantwortung, Selbstregulierung kennen wir auch beim Resilienztraining (Training, das uns hilft, Niederlagen zu überwinden; Prinzip des «Wiederaufstehmännchens»). Es geht um die Fähigkeit der Selbstführung (ich verweise auf den ALPHA-Beitrag vom 21.4.12 von Annette Rath). Selbstbestimmung fördert auch das Selbstbewusstsein und das Alleinstellungsmerkmal – die USP (Unique Selling Proposition), das Merkmal, das Sie als einzigartig von allen anderen unterscheidet.

6. Selbstcoaching mit richtigen Bildern fördern

Oft sind wir auf uns selbst angewiesen. Passende Bilder können uns positiv steuern, die Visualisierung kann unsere Lernprozesse bei Verhaltensverbesserungs-prozessen beschleunigen. Bilder können uns ohne fremdes Zutun beeinflussen. Ein Coach, der nach dem Prinzip «Hilfe zur Selbsthilfe» arbeitet, ist fähig, dem Coaché Lernbilder zu vermitteln, die ihn befähigen, selbst an sich zu arbeiten. Wenn es dem Berater gelingt, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, erreicht er schnellere und nachhaltigere Verbesserung. Ich habe jahrelang mit Spitzensportlern gearbeitet und dabei festgestellt, dass die Mentaltrainer und Coaches ihren anvertrauten Athleten Lernbilder mitgaben, die geholfen haben, im Wettkampf selbstständig die richtige Stimmung abzurufen. Selbstcoaching heisst eigentlich: Sich (ein-) bilden. Bilder überzeugen mehr als Worte. Nur Worte, die Bilder auslösen, wirken nachhaltig. Diese Erkenntnis wird bei Argumentations-, Überzeugungs- und vor allem bei Beeinflussungsprozessen (Werbung,Motivation) genutzt. Wer Kleinkindern beim Spielen zuschaut und wer Gelegenheit hat, Kindern im Vorschulalter Geschichten bildhaft zu erzählen, stellt immer wieder fest, wie rasch sie sich in die vermittelten Phantasiebilder hineinversetzen können. Ich habe im Studium erlebt, wie ein Patient mit Hypnose behandelt und dank suggestiver Bilder in den gewünschten Zustand versetzt wurde. Bei Bildungsprozessen spielen Lernbilder eine zentrale Rolle, wenn es darum geht,Abläufe, Einstellungen oder Verhaltensweisen selbst zu verbessern. Leider sind sich viele Ausbilder zu wenig bewusst, dass sie den Lernenden das passende Lernbild vermitteln sollten. Ein guter Ausbildner ist im Grunde genommen keine Lehrperson, die den Lernenden Bilder aus den Köpfen nimmt, sondern die ihnen passende Lernbilder vermittelt (sie einbildet), damit die Lernenden die Lernprozesse selbst festigen können.

Fazit: Oft ist es nicht fehlendes Wissen, sondern reine Bequemlichkeit, Probleme oder Fragen selbst, d.h. aus eigenem Antrieb und durch eigene Mühen zu lösen. «Selbst ist der Mann» gilt nach wie vor – und zwar für Frauen und Männer. Entscheiden auch Sie nach dieser Lektüre selbst, welche der erwähnten Impulse für Sie sinnvoll sein könnten .Die Erkenntnis, bei den Mitarbeitern die entsprechende Selbstmotivation anzuregen und zu vertiefen, dem Lernenden zur Selbsterkenntnis zu verhelfen, sollte das Ziel jedes Vorgesetzten sein. 

(*) Marcus Knill (www.knill.com) ist Experte für Medienrhetorik und analysiert und coacht seit Jahren Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Bildung. Er ist in der Öffentlichkeit bekannt als Autor der virtuellen Navigationsplattform